„brauchbare Lösungen finden“, so dürfte die zentrale Forderung der Diskussionsrunde des Kreiselternrats in Altenburg zusammenzufassen zu sein. 120 Interessierte Eltern, Großeltern, Schüler und Vertreter*innen aus Landes- und Kommunalpolitik diskutierten am 06. März 2017 fast drei Stunden lang im Landratsamt Altenburg über Auswege aus der völlig unbefriedigenden Lehrer- und Unterrichtssituation in Altenburg und Umgebung.  Sandra Kretschmann, stellvertretende Sprecherin des Kreiselternbeirats, wies in der Situationsanalyse darauf hin, dass nach den Regelungen des Thüringer Schulgesetzes zwar ein Recht auf schulische Bildung und eine allgemeine Schulpflicht bestünden, demgegenüber jedoch kein brauchbares Recht, diese auch gegen das Land durchzusetzen.

Unterrichtsausfall, Klassenzusammenlegungen, Kürzungen der Stundentafeln und Wegfall von Förderunterricht sind nur einige der Folgen des akuten Personalmangels im Altenburger Land. Dem stehen die höchsten Bildungskosten in einem Flächenland und viele kleine Schulen, die eine hohe Zahl an Personal binden entgegen, so erklärte es Bertold Rader, Leiter des Schulamts Ostthüringen und als Vertreter des Thüringer Bildungsministeriums zu Gast im Podium.

Allein bei dieser Feststellung wollten es die Anwesenden nicht belassen, sondern forderten ein energisches Handeln der Landesregierung ein, um den Unterricht im Altenburger Land endlich abzusichern. Dass mit den angekündigten höheren Einstellungszahlen für die kommenden beiden Jahre eine spürbare Entspannung der Unterrichtsituation nicht eintreten werde, befürchtet der Vertreter der Landeselternvertretung im Podium, Steffen Reiche-Römuß. Er warnte darüber hinaus vor einer allzu leichtfertigen Diskussion über die Schließung kleiner Schulstandorte im ländlichen Raum. Diese Ansicht unterstrich auch Berthold Hofmann, der souverän den Abend moderierte. Er wies darauf hin, dass es nicht im Elterninteresse sei, sich in kleine und große Schulen auseinanderdividieren zu lassen, außerdem unterstrich er die soziale Funktion von Schule gerade im ländlichen Raum.

Die Zukunft eines geordneten Unterrichts im Altenburger Land wurde an diesem Abend sicherlich nicht gesichert. Dafür wurde die Wahrnehmung auf allen politischen Ebenen für die Probleme jenseits der größeren Thüringer Städte deutlich geschärft. Ein Anfang, den es weiter zu verfolgen gilt.

Power Point:  Power Point Gesprächsrunde zur Lehrersituation