Kritik an Datenerfassung: Gefahr von gläsernen Schülern und wachsendem Leistungsdruck

Die Landeselternvertretung Thüringen äußert deutliche Kritik an den Plänen von
Bildungsminister Christian Tischner, sich am kanadischen Modell umfassender
Datenerhebung über Schülerleistungen zu orientieren. Was als Instrument zur
Verbesserung von Bildung dargestellt wird, birgt erhebliche Risiken für Kinder und
Jugendliche.


Eine systematische Erfassung von Leistungsdaten über die gesamte Schullaufbahn
hinweg führt in der Konsequenz zum „gläsernen Schüler“. Kinder werden dauerhaft
bewertet, verglichen und in Datenprofilen festgehalten. Dies verstärkt den ohnehin
hohen Leistungsdruck im Schulalltag und setzt Schülerinnen und Schüler zusätzlich
unter Stress.


Besonders besorgniserregend sind die möglichen Folgen für die psychische Gesundheit.
Steigender Leistungs- und Erwartungsdruck kann zu Angst, Überforderung und
sinkender Lernmotivation führen. Schule muss ein geschützter Raum bleiben, in dem
sich Kinder individuell entwickeln können ohne das Gefühl permanenter Kontrolle.


Die Landeselternvertretung fordert daher, auf eine flächendeckende Datenspeicherung
zu verzichten und stattdessen das Wohlbefinden sowie die ganzheitliche Entwicklung
der Kinder stärker in den Fokus zu rücken. Bildung darf nicht auf messbare Kennzahlen
reduziert werden.


Für eine Schule, die stärkt, statt belastet.