Das Rennsteiglied im Lehrplan wird’s nicht richten

Wieder PISA, wieder »Warnschuss«?

Nein, die PISA-Studie zeigt auf, wo es im Bildungssystem krankt. Die Ergebnisse sind nicht neu. Genau deshalb muss die Frage erlaubt sein: Wann ändert sich wirklich etwas?

Denn wir sind uns einig: Die Ergebnisse der PISA-Studie dürfen nicht als Urteil über unsere Kinder und Jugendlichen verstanden werden. Wenn die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurückbleiben, müssen wir den Blick auf die Rahmenbedingungen richten, unter denen Lernen heute stattfindet. Archaische Lehrpläne und -methoden, Lehrkräftemangel, marode Schulgebäude, fehlende oder falsche Digitalisierung, überfüllte Klassen und weiterhin hoher Unterrichtsausfall (ja, auch knapp unter 10 % sind hoch!) stellen viele Schulen täglich vor enorme Herausforderungen.

Über allem schwebt die Schere in der Bildungsgerechtigkeit: Bildungserfolg ist heute mehr denn je an das familiäre Umfeld und an den Wohnort geknüpft.

Die Landeselternvertretung fordert Politik und Gesellschaft zum Handeln auf. Statt über Defizite junger Menschen zu diskutieren, müssen die strukturellen Probleme im Bildungssystem entschlossen angegangen werden.

Auch im sozialen Bereich sind Einsparungen fehl am Platz. Wer hier spart, spart zuerst bei der Bildung.