Sehr geehrte Bildungsinteressierte,

für die Einen ist die Bilanz des vergangenen Schuljahres ernüchternd, für die Anderen ein Aufbruch mit Plänen für die Zukunft.
Wir erinnern uns: Ende des letzten Schuljahres rangen Schülerinnen und Schüler, Lehrer und Eltern dem damaligen Bildungsminister Benjamin Emanuel Hoff eine Unterrichtsgarantie ab. Das dies nicht binnen eines Jahres umsetzbar sein würde, war allen klar. Sein Nachfolger im Amt, Helmut Holter, sammelte in diversen Regionalforen Ideen, wie denn die Unterrichtsgarantie zu erreichen sei. Manchmal hatte man den Eindruck, dass es genügend Ideen gab. Die Beteiligten sollten diese nur für gut befinden. Wie dem auch sei. Uns liegen ein Änderungsentwurf zum Thüringer Schulgesetz zur Stellungnahme und ein Thüringenplan vor. Pläne haben immer so etwas von Aufbruch an sich. Bis sie auf die Realität treffen.

Auf die Realität getroffen ist man an der Grundschule in Ponitz im Altenburger Land. Vor zwei Jahren scheiterte die Kommunalpolitik im Altenburger Land noch mit dem Vorhaben der Schulschließung. Nun wirkte das Schulamt Ostthüringen als Quasi-Schulnetzvollstrecker in der Form, dass man kein weiteres Personal bereitzustellen gewillt sei. Ein solches Vorgehen, übrigens kein Einzelfall, widersprach eindeutig dem Bekunden des Bildungsministers, der Schulschließungen mit Kooperationsmodellen zu begegnen gedenkt. An den Maßstäben des Änderungsentwurfs zum Thüringer Schulgesetz gemessen wäre eine Schließung der Grundschule Ponitz die ultima ratio.
Nüchtern betrachtet wird die Unterrichtsgarantie nicht ansatzweise ohne die Schließung von kleinen Schulen erreicht werden können. Wir sind gespannt, wie lange es dauern wird, bis diese bittere Erkenntnis auch am TMBJS ankommt.

Als bereits gescheitert ist der Plan von einem Thüringer Schüler- und Azubiticket zu betrachten. Wobei wir hier weniger von einem Plan sondern eher von einem Schauspiel in mehreren Akten sprechen müssen. Das Infrastrukturministerium hat in den letzten beiden Jahren immer wieder neue Hürden bei der Umsetzung dieses Vorhabens der rot-rot-grünen Landesregierung ausgemacht. Hürden, die bei vernünftiger Planung hätten rechtzeitig erkannt und beseitigt werden können. Das Bildungsministerium hat sich da schon konsequenterweise komplett zurückgezogen. Am Ende bleiben enttäusche Schülerinnen und Schüler, Lehrlinge und Auszubildende.

Enttäuscht sind wir vom Gezwitscher unseres Ministerpräsidenten. Wir erinnern uns an das eine oder andere Wortgefecht in den sozialen Medien, die regelmäßig wenig erquicklich waren. Was ihn dazu bewog, in der noch immer nicht vollständig geklärten Affäre um die BLF-Befreiung des Sohnes von Justizminister Lauinger nun öffentlich Partei zu ergreifen, können wir nicht nachvollziehen. Und als ob das nicht schon Stein des Anstoßes genug wäre, wird nun auch noch der Sohn in das Licht des öffentlichen Interesses gezogen. Wir halten das in jeder Hinsicht für keine kluge Entscheidung.

So, nun aber ab in die Ferien!
Wir gratulieren allen Schülerinnen und Schülern zur bestandenen Prüfung, egal ob Hauptschul-, oder Regelschulabschluss, BLF oder Abi, Berufsschulabschluss oder den Abschluss des Bildungsgangs zur individuellen Lebensbewältigung.

Chancen multiplizieren sich, wenn man sie ergreift.

Wir wünschen allen die besten Chancen!